Medikamente online bestellen: das solltest Du wissen

Apotheker zu sein war zumindest früher ein mühsames und zeitintensives Geschäft. Kräuter mussten zermahlen, abgewogen und im richtigen Verhältnis gemischt werden. Die wirksamen Bestandteile wurden zu Pillen gepresst oder zu Salben verarbeitet. Medikamente waren teuer, und sie sind es auch heute noch, wenn auch aus anderen Gründen. Für verschreibungspflichtige Medikamente gibt es einen festgelegten Apothekenverkaufspreis (AVP), der mit den gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet wird. Aber vermutlich verschlingen auch in deiner Familie die nicht verschreibungspflichtigen Mittel den Löwenanteil des Budgets. Und da lässt sich in der Online-Apotheke viel Geld sparen.

Beratungsangebote nutzen

Beim Online-Kauf von Wertpapieren unterschreibst du deiner Direktbank, dass du auf eine Beratung verzichtest. Das ist bei Medikamenten anders. Die Apothekenpflicht gilt ja gerade deshalb, weil du vor und mit dem Kauf Hinweise bekommen sollst, ob das Medikament geeignet ist, wie es angewendet wird, welche Nebenwirkungen auftreten können und ob es Probleme in Kombination mit anderen Präparaten geben kann. Auch eine Online-Apotheke bietet diese Beratung. Der Unterschied: Während der Apotheker vor Ort dich bei der Auswahl berät und dir nach der Kaufentscheidung unaufgefordert ein paar Ratschläge gibt, musst du dich beim Online-Kauf aktiv bemühen – Information wird zur „Holschuld“.

In vielen Fällen wirst du wissen, was du haben möchtest, und wie es benutzt wird. Du machst einen Vorratskauf von Nasenspray und Hustensaft vor der Erkältungssaison oder kaufst in jedem Frühjahr die nötige Menge an Tabletten gegen Heuschnupfen. Trotzdem ist es wichtig, sich umzusehen, was neu auf dem Markt ist oder ob sich an den vertrauten Produkten etwas geändert hat. Plötzlich ist der Produktname durch ein „plus“ oder „forte“ ergänzt. Klingt nach einer Marketing-Maßnahme. Nur beim genauen Hinsehen erfährt man, dass der arzneilich wirksame Bestandteil doppelt dosiert ist, also nur halb so viel eingenommen bzw. angewendet werden darf. Produktnamen ändern sich aber auch bei identischem Packungsinhalt: So wurde vor rund zwei Jahren aus Ibu-Lysin 684 die 400. Nach wie vor enthält eine Tablette 400 mg Ibuprofen und 284 mg Lysin. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bestand aber auf einer Klarstellung. Ohne dieses Hintergrundwissen würdest du von dem neuen Schmerzmittel vielleicht versehentlich zu viel schlucken.

Preise vergleichen

Online-Apotheken stehen in einem harten Wettbewerb. Das Internet sorgt für große Preistransparenz, und da die Produkte identisch sind, werden viele Kunden beim billigsten Anbieter kaufen. Online-Shops können ihre Kosten decken und ihre Gewinne maximieren, indem sie zum Beispiel ein besonders gefragtes Produkt sehr günstig anbieten und diesen Preis auch in Vergleichsportalen hinterlegen. Ist ein potenzieller Kunde auf diese Weise einmal in den Shop geleitet, sind weitere Produkte, die er in den Warenkorb legt, vielleicht weniger stark rabattiert. Es können sogar unterschiedliche Preise angezeigt werden, je nachdem, ob man über eine Preissuchmaschine oder über ein bereits vorhandenes Kundenkonto einsteigt. Ob es sinnvoll ist, seine Bestellung auf mehrere Apotheken aufzuteilen, hängt aber auch von den Versandkosten ab. Wird eine Schwelle zum kostenfreien Versand erreicht, kann das einen geringfügig höheren Produktpreis kompensieren. Auch Treuepunkte, Rabattgutscheine oder eine Gutschrift für das Newsletter-Abo sprechen dafür, bei einem Anbieter zu blieben.

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